DIE VERARBEITUNG VON GLAS
Glaserkunde

Ein Glasschneider ist ein Werkzeug zum Trennen von Glas.

Die Bezeichnung Glasschneider ist missverständlich, denn ein Glasschneider schneidet das Glas nicht im eigentlichen Sinne. Durch Anritzen der Oberfläche werden gezielt Spannungen im Glas erzeugt, entlang des Schnitts bricht das Glas auf kontrollierten Druck, Zug oder Biegebelastung.

Neben dem in diesem Artikel beschriebenen handgeführten Glasschneidern gibt es auch maschinengeführte Glasschneider für den industriellen Einsatz.

Das Glasschneiden selbst erfolgt in mehreren Arbeitsschritten.

Vorbereitungen des Arbeitsplatzes
Die Arbeitsfläche muss die richtige Festigkeit haben. Im Hobbybereich hat sich ist eine glatte, feste Unterlage mit mehreren Lagen einer alten Tageszeitung darüber oder eine Filzmatte bewährt. Kleidung: Schutzbrille, glatte Kleidung, geschlossene Schuhe, lange Haare zurückbinden. Bei stark splitternden Arbeiten ist es ratsam, einen Kittel zu tragen.
Vorbereiten des Glases
Das Glas wird von Verschmutzungen befreit und sollte im Idealfall Zimmertemperatur haben. Bei freihandgeführten Schnitten empfielt es sich, den auszuführenden Schnitt und evtl. erforderliche Hilfsschnitte vorher mit einem wasserfesten Stift auf das Glas aufzuzeichnen oder eine Schablone unter das Glas legen. Bei schwierigen Freihandschnitten an großen Scheiben empfiehlt es sich, den Schnitt zuerst „trocken“ auszuführen, um zu klären, ob der Schnitt ohne Absetzen des Glasschneiders ausgeführt werden kann. Gegebenenfalls die Scheibe auf der Arbeitsfläche neu ausrichten.
Anritzen des Glases (Schneiden)
Vor dem Schneiden wird der Glasschneidekopf in Schneidöl eingetaucht oder das Glas selbst mit der Schneideflüssigkeit bestrichen. Die meisten erhältlich Glasschneider werden in senkrechter Haltung mit möglichst gleichbleibendem Druck und gleichbleibender Geschwindigkeit über das Glas geschoben oder gezogen.

  • Glasschneider ziehen: Dies ist die gängigste Technik. Geeignet für den Linealschnitt, dabei wird der Kopf des Schneiders an einem Lineal oder Winkel entlang gezogen, um einen geraden Schnitt zu erhalten, oder für den Freihandschnitt, um Hilfsschnitte auszuführen und an aufgezeichneten Linien oder Schablonen entlangzuschneiden.
  • Glasschneider schieben: mit speziellen Glasschneidern/Griffen ist diese Technik für den Freihandschnitt zu empfehlen, denn sie gewährt Blick auf den Schneidekopf und die vor ihm liegende Linie.
Falls der Schnitt unterbrochen wird, soll der Glasschneider keinesfalls nochmals durch die erzeugte Fissur gezogen werden, weil das dem Glasschneider schadet.
Öffnen der Fissur, Brechen
Durch gezielten auf das Glas gebrachten Druck wird die Fissur geöffnet. Bei geraden Schnitten wird der Druck an einem der beiden Schnittenden von unten nach oben ausgeführt. In der Regel durch Unterlegen eines kleinen Hölzchen oder dem Heft(Griff) des Glasschneiders. Bei Freihandschnitten sind entsprechende Hilfmittel wie Dreipunktzange, Laufzange, Kröselzange, Glasbrechstab, etc zu empfehlen.
Von dem weit verbreiteten Klopfen ist abzuraten. Es neigt zu starkem Splittern und führt zu unsauberen Kanten, Ausschellerungen, Absplitterungen und bei schwierigeren Arbeiten zu Verschnitt durch Glasbruch.
Nachbearbeiten der Kanten
Mit speziellen Schleifbändern und Maschinen können die Kanten fein geschliffen oder auch poliert werden. Für den Hobbybereich oder für Kunstverglasungen reicht es auch, die Kanten mit einem Abziehstein abzuziehen.